Schwyberg - La Berra Wanderung, 23.-24 Juni 2001 (Ausschreibung) (Karte)

Leitung: Claudia Betschart
Bericht: Bert Operschall
TeilnehmerInnen: Elisabeth Gruendl, Marlies Koch, Bert Operschall, Michael Papadopoulos, Klaus Schindler, Adrian Wood, Gabi Zoll
   
Blick vom PickNick Platz ueber Plaffeien  
   
Aeste...Staemme...Dornen  
geht's da lang?!  
   
endlich kann man wieder schwatzen zum laufen...  
   
Schwyberg's Kuehe vor dem Guggershoernli  
Claudia ist zurück! Der Sportclub hat sie wieder - oder besser: sie hat die Sportclübler fest im Griff, jedenfalls die Teilnehmer ihrer ersten Wanderung nach dem langen Japan-Exil. Denn auf die schüchterne Email-Anfrage eines Teilnehmers ob man nicht früher abfahren könne, zwecks Baden im Schwarzsee, kam die lakonische Antwort "Ich werde im geplanten Zug fahren, ohne Abstecher....". Zack!!!
Aber das war gut so. Denn erstens war das ein wohltuender Kontrast zur Abfahrt nach Sardinien (4:45!!!) und dann konnte Klaus ausnahmsweise mal zu einer vernünftigen Zeit aus Freiburg abfahren, ich konnte beim z'Morge die BaZ ausgiebig lesen und ausserdem dürfte die Temperatur des Schwarzsees ungefähr so "|-|" gewesen sein.
Treffpunkt Bahnhof - 2 nette neue Gesichter, gemütliche Abfahrt, umsteigen in Bern, wobei wir noch den früheren Schnellzug erwischen, was uns wiederum erlaubt in Fribourg (da läuft gerade das Eidgenössische Musikfest) noch einige Einkäufe zu machen. So kann z.B. Claudia in einer Bäckerei ein Erdbeertörtli für Marlies finden. Das Postauto bringt uns nach kurzer Fahrt durchs nach Plaffeien - Wanderschuhe binden, die Windjacken im Rucksack versorgen, und los geht's - mit leicht knurrenden Magen, es ist halt schon kurz vor ein Uhr - durch das kleine Dörfchen, vorbei an Feldern und Bauernhöfen im strahlenden Sonnenschein. Dort wo Claudia am Waldrand Mittagsrast vorgesehen hat, findet unsere Spitzengruppe einen kleinen Grillplatz: Tische, Bänke, einen sprudelnden Brunnen und Aussicht aufs Guggershörnli. Was will man noch mehr?
Frisch gestärkt, geht's nach einer Stunde weiter. Zuerst auf breiten Forstwegen durch den "Gmeindwald", dann steil den "lengen Stutz" hinauf, auf angedeuteten Wegspuren und schliesslich kommt die Stelle, die in der Ausschreibung beschrieben war mit: "beim Aufstieg müssen ein paar Baumstämme überstiegen werden, die Lothar in den Weg geworfen hat". Das ist eine schwache Beschreibung für diesen Hindernis-Parcours vom Feinsten. Aber auch der wird mit Bravour gemeistert. Adrians Fotos werden das bestätigen.
Weiter geht's - jetzt gemütlicher - über Alpwiesen, auf denen die ersten Alpenrosen blühen, vorbei an grasenden Kälbern und Geissen - sie machen einen Höllenlärm mit ihren Glocken, Schmetterlinge taumeln planlos in der Luft, der Kuckkuck ruft in der Ferne - idyllischer könnte es nicht sein. Und das Bier ist auch nicht mehr weit!
"Gross Schwyberg" ist auch ein Idyll. Die Wanderer, die bei unserer Ankunft auf der Terrasse sitzen, sind weitgehend Einheimische. Auch die anderen, im Laufe des Abends Anfahrenden, sind offensichtlich Bauern und Sennen aus der Umgebung. Und das ist verständlich, denn die Gaststube ist gemütlich, das Wirtepaar freundlich und das Essen bodenständig und gut. Jedenfalls mein Lauchgemüse mit Saucisse Vaudoise hat mir hervorragend geschmeckt.
Als Abschluss des idyllischen Tages werden noch schnell Abstecher hinauf auf höhergelegene Punkte des Schwybergs gemacht, um den Sonnenuntergang - wirkt fast kitschig - zu geniessen und dann ab in die Heia, ins riesige Matratzenlager - 50 Plätze - das wir alleine bewohnen. Der "Saal" - offensichtlich früher ein Heuboden - liegt oberhalb des Stalles wo 2 Munis gemästet werden. Insgesamt, so erfährt Claudia von der Wirtin, sind auf der Alp 168 Stück Vieh, davon 22 Milchkühe. Darum gibt's morgen erst um 7:30 z'Morge, denn sie - die Wirtin - muss um 7:00 die Milch zum Bähnli bringen. Uns ist's recht. Ausschlafen ist Luxus bei Sportclubwanderungen.
  Journalisten - immer dabei wenn etwas los ist!
  harter Kampf mit Lothar
   
  bald geschafft, und Blick ins Tal
   
  Blumenwiesen
   
   
  Sonnenuntergang ueber dem Jura

Blick von Grossen Schwyberg kurz vor Sonnenuntergang

 
Michael, Klaus, Claudia, Adrian, Gabi, Marlies, Vreni, Bert, Elisabeth  
   
Blick von La Patta  
   
..kurz vor einer Banane  
   
   
 
   
bald kommt der Lac de Gruyère in Sicht  
   
   
   
Blick auf Valsainte, gegen Le Moléson und Gruyère  
   
Der Sonntag beginnt gleich strahlend wie der gestrige Tag. So strahlend, dass kein einziger Morgenmuffel weit und breit zu sehen ist. Z'Morge auf der Terrasse mit Blick auf die Berner Voralpen oder auf die freundlichen Gesichter vis-à-vis, ein einheimischer Bauer, der aus dem Auto heraus versucht von Marlies Tabletten zu erhalten, Schuhe schnüren, Rucksack buckeln und dann starten wir gemütlich. Vom Gupf oben bewundern wir noch einmal die Landschaft rundherum, wo die Hügel aus "Flysch" bestehen - ein Sedimentgestein aus Ton und Sand, das bei Nässe zu Rutschungen neigt. So ist der Talkessel unterhalb, die "Chleuwena" im Jahr 1994 ins Rutschen gekommen und hat eine ganze Ferienhaussiedlung - "Lantera" - die Strasse und einen Skilift zerstört.
Eine weitere Folge der Naturgewalten sehen wir eine Stunde später. Von der Bergwirtschaft bei der Bergstation des Sessellifts vom Schwarzsee stehen nur noch die Betonmauern des Untergeschosses, den ganzen oberen Teil hat Lothar weggefegt.
Nach kurzem Abstieg, vorbei an "Fuchses Schwyberg", einem Ferienheim das momentan als Ersatz für die Bergwirtschaft dient und vorbei an der Berg-Begräbnisstätte "La Spielmannda" (wieder ein Beispiel des hier üblichen Sprachengemisches, genauso wie eine Bergwirtschaft, die "L'Auta Chia" heisst. Gottweisswas "Chia" bedeutet, "Auta" könnte ja eventuell Berndeutsch sein), steigen wir auf "La Platta" auf. Dort ist Zwischenverpflegung fällig und wir geniessen wieder einmal Sonne, Landschaft, Freundschaft und Schinkensandwiches.
Dann geht's wieder mal bergab - "L'Auta Chia" (s. oben) - mit einer Quelle zum Flaschen füllen mit herrlich frischem Wasser und bergauf. Unten im Tal sieht man das Kartäuserkloster "La Valsainte" und weiter gegen Südwesten das Städtchen Gruyères. Bergauf. BERGAUF!!! Es sind eigentlich nur 260 Höhenmeter, aber die Sonne brennt und mein Schnuuf ist auch nicht mehr das, was er früher war. Man ist halt nicht mehr 60! Noch die letzten Meter und ich bin oben. Die Sicht ist toll. Vom Lac de la Gruyère bis zum Jura, vom Wildhorn bis zum Mont Blanc (na ja, ok, richtig sieht man ihn nicht, aber dort im Dunst müsste er sein, dafür sieht man die Dents du Midi). Mittagsrast. Ich knacke meine ausgiebig geschüttelte Bierdose auf und putze nachher sorgfältig den Bierschaum von Rucksack und Hose. Ein Hochgenuss auf 1719.4 m (Triangulationspunkt 1.-3.Ordnung) lauwarmes Bier zu schlürfen!
14:00 Abmarsch. Abstieg via Alp "La Berra", und diverse Skilift- und Pistenschneisen zur Talstation des Sessellifts (wo Marlies dank freundlichem Lächeln eine Autofahrt nach La Roche erreicht) und weiter nach einem kurzen Stück Strassenmarsch durch die Schlucht des Bey bis in den Gasthausgarten des "Croix Blanche" von La Roche. Hier wird zugeschlagen. Die Serviertochter bringt Glace jeglicher Form, mit und ohne Rahm, Mineralwasser und Bier (für wen wohl?) bis die Zeit der Busabfahrt naht. Da kommt er schon! Wir stürzen hin, steigen ein. Alle sind da - nur Adrian fehlt. Endlich taucht er auf, wir winken, rufen - er springt, steigt ein - und der Bus wartet noch 10 Minuten bis zur planmässigen Abfahrtszeit.
Die Rückreise verläuft normal, wenn man von dem vergeblichen Versuch absieht in Fribourg den Zug zu erwischen, der zur gleichen Zeit abfährt, wo wir mit dem Postauto ankommen, man ist müde, voll mit den schönen Erlebnissen der 2 Tage, voll mit dem schönen Gefühl es verdient zu haben, weil wir alle so brav sind und vor allem Claudia dankbar, die alles so toll organisiert und durchgeführt hat. Merci Claudia.

P.S. Das war wieder einmal eine der berühmten 4-Karten-Wanderungen. Ich habe während des Berichtschreibens sicher 50 mal eine der 4 bewanderten 25.000er-Karten in die Hand genommen um etwas nachzusehen, das in der unteren, nein nächsten, nein doch in der untersten Karte zu finden war. Zugegeben, ich hätte die 4 auch auf dem Boden auslegen können, aber sooo praktisch ist das auch nicht.
Apropos Karten. Weil sie auf Gross Schwyberg beim Vorlaufen keine Postkarten kaufen konnte, (bekanntlich ist Claudia eine fanatische Postkartenschreiberin), hat sie selber welche produziert. Und an uns verteilt. Super!!! Claudia, das wäre doch etwas, ganz im Sinn von Diversifikation - oder wenn Du mal pensioniert bist. odddrrr?
   
   
   
  Adrian, Michael, Klaus, Vreni, Marlies, Gabi, Elisabeth, Bert
   
   
  Schatters Schwyberg
   
   
   
  Flysch?
   
  unser Ziel: der Gipfel von La Berra
   
   
   
  die Postkarte
Halbes Panorama von La Berra, gegen Freiburger und Berner Alpen

 


Copyright for all pictures: Claudia Betschart
Last revised: October 08, 2004