Wanderung Heinzenberg / Dreibündenstein, 5.-6. Oktober 2002 (Ausschreibung) (Karte) (GPS)

Obertschappina (1577m) - Tguma (2163m) - Präz (1200m)
Feldis (1470m) - Dreibündenstein (2160m) - Brambrüesch (1595m)

Teilnehmerinnen und Teilnehmer:
Josef Bachl, Claudia Betschart (Leitung, Fotos), Veronika Gubler, Daniel Nänny, Susanne Neuenschwander, Bert Operschall (Bericht), Mechthild Praehauser


Bischolsee
 
Durchblicke, Einblicke, Tiefblicke ins Safiental
 
Gipfelfoto auf Tguma (Bert, Vreni, Susanne, Josef, Daniel, Mechthild)
 
Heinzenberg Grat mit Blick gegen Fulhorn und Stätzerhorn
 
Safiental unter dem Nebel
 
Höhenwanderung mit Blick auf Fulhorn und Stätzerhorn
 
Blick gegen die Glarneralpen, zum Beispiel die Tschingelhörner
 

Hah! Das soll uns - dem Sportclub CSC - einmal einer nachmachen. Eine Tourenleiterin, die zwischen Wien und Montreal kurz in Basel Halt macht um eine Wandergruppe über den Heinzenberg und vorbei am Dreibündenstein zu führen!
Aber alles der Reihe nach. Am Freitag verschickt Vreni ein Email: "Betreff: Heinzenberg findet statt / Anruf von Claudia aus dem regnerischen Wien:
Liebe Sportsfreunde. Claudia möchte die Wanderung im Bündnerland durchführen. Also bis morgen um 06.20 Uhr im Zug!!!! Es grüsst Euch Vreni Gubler"
Na ja. Damit waren all' die Zweifel beseitigt, die mir entstanden als ich in den Tagen vorher die Meteo hörte: "Samstag Hochnebel, der sich gegen Mittag auflöst, darüber sonnig. Sonntag durchgehend nass, Schneefallgrenze bis 1500m". Die Zweifel waren weg, die Meteo hat ausnahmsweise mal vollständig recht behalten. Aber schön war's!

Samstag, 5. Oktober 2002:
Obertschappina (1577m) - Tguma (2163m) - Präz (1200m)
Um 6:20 sind wir wirklich alle im Zug, umsteigen in Zürich, umsteigen in Chur, umsteigen in Thusis in den Bus, aussteigen in Obertschappina, 3 Stunden 48 Minuten - sie vergehen im Flug.
In Obertschappina ist's noch zu früh für die Beiz, also starten wir - ganz untypisch für den Sportclub - sofort Richtung Bischolpass. Die Sicht ist - wie von der Meteo versprochen - nach unten ins Tal ok, nach oben auch - auf den Hochnebel. In den tauchen wir bald ein und geniessen die - Insidern als "Ben Nevis-Stimmung" bekannte - Aussicht, bis wir nach einer halben Stunde "Piz Beverin" sehen. Allerdings nur als Schrift auf dem Wirtshausschild in Obergmein. Der richtige Ort um das versäumte z'Nüni nachzuholen: Ovo, Kaffee, Apfelstrudel.
Frisch gestärkt ziehen wir nach einer halben Stunde weiter und stolpern fast über ein Eichhörnchen, das - noch mit schwarzbraunem Sommerfell und gefärbter Schwanzspitze - vor uns den Hang hinaufwieselt, wahrscheinlich auf der vergeblichen Suche nach einem Baum. Wenig später tauchen der Pascuminer- und der Bischolsee in den Nebelschwaden auf, wir wechseln auf die andere Seite des Bergrückens, die Sonne setzt sich durch und so wird nach und nach die Sicht ins Safiental und auf das vor uns liegende Gipfelkreuz des Tguma frei.
Auf dem Tguma - die Sonne scheint nun kräftig - wird zusammen mit dem Picknick die Aussicht rundum eingenommen. Ein Bissen Schinkensandwich plus ein Viertel Crap San Gion zwischen zwei Wolkentürmen, ein Schluck Tee plus das Tinzenhorn. Vreni trägt uns ins Gipfelbuch ein. Es ist gemütlich. Doch so schön es hier oben ist - um 16:35 fährt das Postauto in Präz ab. Also weiter!
Weiter auf dem Rücken des Heinzenbergs bis zur Präzer Höhi, dort noch eine kurze Pause um einen letzten Rundblick auf die Berge rundherum und die Wolkendecke unter uns zu geniessen und dann steigen wir ab nach Präz. Das Tempo wird immer zügiger, weit unten am Hang wird Präz sichtbar und Claudia, die freundlicherweise den Durchgang bei einem Elektrozaun offen gehalten hat, saust wieder zur Spitze mit den Worten "IN EINER HALBEN STUNDE FÄHRT DER BUS!!!

 
Teilpanorama von der Präzer Alp, Blick über das Domleschg (237KB)
 
gestreifte Hänge am Tguma
 
der Nebel lichtet sich beim Aufstieg zum Gipfel Tguma
 
Heinzenberg Grat mit steiler Flanke gegen das Safiental
 
rechts senkrecht unten das Safiental
 
Blick über den Heinzenberg gegen Thusis
 
auf der Präzer Höhi (Vreni, Daniel, Josef, Bert, Susanne, Mechthild)
 
Herbstfarben beim Abstieg von der Präzer Alp
  Teilpanorama in Richtung Domleschg unterhalb der Präzer Alp (363KB)
Blick von der Seilbahn auf die Rheinauen und den Calanda
 
Seilbahn Rhäzüns - Feldis, kurz vor Ankunft in Feldis
 
   

Aber es reicht gut. Der freundliche Busfahrer wartet geduldig, bis ich mein Portemonnaie mit dem Billet gefunden habe und zeigt uns nachher wie ein Fachmann zentimetergenau mit dem Riesenbus durch die engen Strässlein von Präz, Sarn und Tartar manövrieren kann.
In Thusis wartet schon das Bähnli das uns nach Rhäzüns bringt und von dort führt uns ein kurzer Fussmarsch zur Talstation des Feldis-Seilbähnlis, wo Vreni die Wartezeit nutzt, um aus dem Spiel-Automat einen echten Lavazzo-Espresso herauszuholen. Kurz darauf schweben wir vorbei an Schloss Rhäzüns, über das breite Schotterbett des Hinterrheins und den steilen Felshang nach Feldis hinauf.
Im gemütlichen Hotel Cas' Aulta sind rasch die Zimmer bezogen (der Schnarcher wird komfortabel im Nebenhaus isoliert) und das anschliessende z' Nacht mit Schaf nach Bündnerart, Rotkraut "al dente" und Polenta sowie Rotem aus Fläsch schliesst den schönen Tag würdig ab.

 
 
Blick von der Seilbahn auf die Rheinauen, Fluss aufwärts
 
Gruppenbild in Seilbahn (Mechthild, Susanne, Bert, Daniel)
         
Landschaft oberhalb Feldis
 
pflotschiger Weg
 
Alp da Veulden
 
Herbststimmung im Schneeregen bei der Emserhütte
  Sonntag, 6. Oktober 2002:
Feldis (1470m) - Dreibündenstein (2160m) - Brambrüesch (1595m)

Hurrah, die Meteo hat schon wieder recht gehabt! Es regnet!
Heute haben wir's nicht eilig, wir geniessen das ausgiebige z'Morge, erteilen nach ebenso ausgiebiger Beratung Claudia den Auftrag, die Wanderung - trotz der hohen Luftfeuchtigkeit - wie geplant weiterzuführen und marschieren erst um 9:30 Uhr ab. Wir verzichten auf die Seilbahn und steigen gemütlich über Wiesen, abgerutschte Hangpfade, auf Waldwegen und vorbei an knarrenden, jedoch unsichtbaren, Schneehühnern zum Mutta-Gipfel auf. Hier beschreibt uns Claudia die Aussicht, die hinter den Regenwolken zu sehen wäre - wir sind von ihren Geographiekenntnissen tief beeindruckt. Jedoch die verlockende Möglichkeit bald einmal im Schneetreiben laufen und dann im triefenden Nass unser Mittagspicknick einnehmen zu können, treibt uns vorwärts.
Doch daraus wird nichts. Zwar werden die Regentropfen zunehmend weisser und hier und dort liegen in Vertiefungen die Reste vom Schneefall vor einer Woche - was mich zu einem kindlichen Schneeballwurf verleitet - aber die Emser Skihütte ist geöffnet. Statt auf einem nassen Heidekrauthügel sitzen wir auf einer Holzbank in einer warmen, gemütlichen Stube mit Aussicht auf die Calanda -d.h. auf 3 Flaschen Calanda-Bier, die kläglichen Überreste des grossen Vorrats nach dem gestrigen Durchzug einer Bayrischen Wandergruppe, die 55 Flaschen leerte. Die Bestellung für Getränke und die Original Bündner Gerstensuppe wird von den herzigen Kindern der Hüttenwirte sorgfältigst aufgenommen und weitergeleitet.
Von dieser gastlichen Stätte hinauf zum Dreibündenstein (Grenzpunkt zwischen den drei rät. Bünden: Grauer, Gotteshaus- und Zehngerichtebund. Ich hab' im Internet nachgelesen: "http://www.snl.ch/dhs/externe/protect/deutsch.html" [Anmerkung Redaktion: Lexikon öffnen und Dreibündenstein als Suchbegriff eingeben]) ist's nur ein Katzensprung von 45 Minuten. Das Wetter lädt nicht zum Verweilen ein, Vrenis Badkleid bleibt definitiv im Rucksack, aber für das obligatorische Gruppenfoto (mit olympiareifen Spurteinlagen von Claudia) reicht's allemal.
Von hier an geht es bergab. Zuerst steil unter und entlang dem Skilift, vorbei an der Malixer Alp, dann zwischen den verstreut liegenden Häusern von Brambrüesch durch zum Seilbähnli, das uns in wenigen Minuten nach Chur hinabtransportiert. (Fast hätte es uns gratis befördert - aber Claudias Anstand lässt das nicht zu). Von der Talstation zum Bahnhof sind es nur ein paar Minuten und der Zug nach Basel - wo wir noch eine Grussbanane für Marlies schreiben - schliesst die letzte Etappe dieses schönen Wochenendes ab.
Merci viiiielmooool Claudia
Bert
 
Weidelandschaft oberhalb Feldis
 
fast verloren im Nebel
 
Irland? Schottland? - Alp da Veulden!
 
Vor der Emserhütte (Bert, Susanne, Vreni, Daniel, Mechthild, Josef)
rätselhaftes Mäuerchen
 
                     
            beim Dreibündenstein (Daniel, Josef, Claudia, Mechthild, Bert, Vreni, Susanne)   Foto - und gleich wieder weiter...    
 
im Schneetreiben unterwegs zum Dreibündenstein

 

Hilfe zur Tourenplanung:   Landeskarte 1:25'000
  Blatt 1215 Thusis
Blatt 1195 Reichenau
Links:   Feldis/Veulden
    Luftseilbahn Rhäzüns-Feldis

Copyright for all pictures: Claudia Betschart
Last revised: October 08, 2004