Rautispitz (2284m), 19. September 2004 (Ausschreibung)

Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Claudia Betschart (Leitung), Regina Denzler, Marianne Frei, Romy Fritsche, Elisabeth Gründl, Vreni Gubler, Bert Operschall, Rebecca Scherrer.


 
 
 
 
 

Zum dritten mal dieses Jahr führte uns die Wanderung ins Glarnerland. Der frühe Start im Zug um 5.53 Uhr wird schon fast zur Gewohnheit. In Näfels-Mollis warteten zwei Kleinbusse für die Fahrt an den Obersee. Vor dem Gasthaus am Obersee erwarteten uns Vreni und Bert schon startbereit. Sie hatten sich die frühe Tagwacht erspart und hatten stattdessen schon gestern hier einen Gipfel bezwungen und anschliessend im Gasthaus übernachtet. Nun war die Gruppe also komplet und wir starteten den Aufstieg, zuerst dem Waldsträsschen folgend in steilen Kehren den Berg hoch. Nach etwa einer Stunde erreichten wir die Abzweigung zur "Direttissima", für die wir uns noch kurz stärkten. Dann gings praktisch in der Falllinie hinauf über Weiden und dann auf rutschigem Dreck und abgeschliffenen Kalkfelsen durch Büsche bis zur Schlüsselstelle an einem Felsband. Die Stelle ist allerdings nicht so schlimm wie es von unten aussehen mag. Nur ein paar Meter weit muss man die Hände zu Hilfe nehmen und den Fixseilen entlang hochkraxeln. Einmal um die Ecke geht der Weg wieder normal weiter. Allerdings ist weiterhin Vorsicht geboten, denn die Kalkfelsen sind scharf und die feuchte Erde dazwischen ist rutschig. Inmitten eines Karrenfelds, das zum Teil schon etwas in der Sonne lag, machten wir eine Rast, bevor wir den restlichen Aufstieg bis zum Grat und danach entlang des Rückens zum Gipfel hinter uns brachten. 1300 m Aufstieg bringen einem schon etwas zum Schnaufen, aber die Aussicht vom Gipfel ist die Anstrengung wert. Praktisch senkrecht 1800m unter uns lag Netstal, etwas weiter talaufwärts Glarus und Enenda und weiter hinten sahen wir sogar das Martinsloch bei Elm. Das Vrenelisgärtli am Glärnisch lag praktisch schneefrei gleich gegenüber, die Schneeberge weiter links mussten laut unserer Kompasspeilung im Kröntengebiet liegen. Noch weiter links stehen die Mythen, Pilatus und Rigi, gegen das Mittelland konnte man im Dunst gerade noch den Zürichsee, Greifensee und Pfäffikersee erkennen. Die Wanderung vom Juli über das Schwarzstöckli und Schilt konnten wir praktisch ganz einsehen. Nach ausgiebiger Mittagsrast überraschten uns Vreni und Bert mit einer kleinen Glarnertorte und einem Kerzchen - das sei eine Jubiläumstorte, da ich vor 10 Jahren (am 26. Juni 1994) meine erste Tour für den Sportclub auf eben diesen Rautispitz geführt hätte. Tatsächlich waren drei von uns schon damals dabei. Bert las den damaligen Tourenbericht vor (auch damals war eine Gewitterfront von Westen her im Anzug - und auch damals hatten wir Glück und das Wetter hielt noch bis zum Abend). Wir teilten das Törtchen, liessen uns von einem gutmütigen Wanderer mit mehreren Kameras ablichten und machten uns schliesslich auf den Abstieg. Via den Sattel zwischen Rautispitz und Wiggis und danach durch das Tal der Rautialp erreichten wir die Rautihütten. Hier konnten wir nochmals unsere Flaschen auffüllen mit kühlem Brunnenwasser. Schon bald passierten wir die Abzweigung vom Morgen, wir hatten den Kreis geschlossen. Noch etwas weiter zweigt ein Weg ab, der durch sehr steiles Gelände durch den Wald direkt an den Obersee führt. Vor einem Jahr hatte ich diesen Weg einmal gemacht und eigentlich als nicht sehr geeignet notiert. Trotzdem hatte ich diese Variante nun vorgesehen, um den nicht sehr spannenden und auch nicht sehr angenehmen Abstieg über das Kiessträsschen zu vermeiden. Wir bogen also in diesen Weg ein. Als ich aber nach wenigen Metern das erste Steilstück erreichte und wieder erkannte, wie steil und vorallem auch wie rutschig diese Route ist, entschied ich mich, doch lieber nichts zu riskieren und blies zum Rückzug. Zeitlich hätten wir sowieso nichts gewonnen, das wusste ich noch von letztem Jahr. Also marschierten wir auf der Aufstiegsroute hinunter zum See und zum Gasthaus. So blieb noch reichlich Zeit bis uns das Taxi abholte. Gemütlich sassen wir auf der Terrasse bei allerlei Leckereien, während sich das Wetter nun rasch verschlechterte, dunkle Wolken die Gipfel verdeckten und ein kalter, böiger Wind aufkam. Pünktlich holte uns das Taxi ab und brachte uns zum Bahnhof, von wo aus wir um acht Uhr Basel erreichten.

 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Rundsicht im Aufstieg zum Rautispitz

360°Grad Panorama vom Rautispitz

 
Hilfe zur Tourenplanung:   Landeskarte 1:25'000 Blatt 1153, Klöntal
Landeskarte 1:50'000 Wanderkarte Blatt 236T, Lachen

Taxi Armin Fischli, Näfels 055-612 10 72
(für Transport zwischen Näfels-Mollis und Obersee)
     


Copyright for all pictures: Claudia Betschart
Last revised: October 09, 2004