Engelberg Brunnihütte - Rugghubelhütte, 1. September 2007
Rugghubelhütte - Engelberger Lücke - Wissigstock (2887m) - Rotgrätli - Bannalp, 2. September 2007
(Link zur Ausschreibung)

TeilnehmerInnen: Regina Denzler, Herbert Klier, Heiri Müller, Claudia Betschart (Leitung und Bericht).


Samstag, 1. September 2007:
Erst kurz vor 10 Uhr traffen wir uns im Bahnhof Basel beim Zug nach Luzern. Wärend des kurzen Aufenthalts in Luzern spielte eine Bigband zu unserer Unterhaltung. In Engelberg angekommen marschierten wir gleich zur Seilbahn und fuhren hoch bis zur Mittelstation, wo wir nach ein paar Schritten gerade richtig zum Ende der Mittagspause bei der Sesselbahn ankamen. Durch Nebelschwaden schwebten wir Brunni entgegen. Rund um den Herzlisee und auf den Picknick Plätzen war rege Aktivität, Kinder rannten kreuz und quer. Trotzdem fanden wir noch einen freien Tisch und genossen unser Mittagessen an der Sonne. Nach einem Kaffee auf der Terrasse der Brunnihütte zogen wir los Richtung Rugghubelhütte. Schon bald stiegen wieder Nebenschwaden aus dem Tal hoch, so dass wir kaum den Tuifel an der Wand erkennen konnten. Nach knapp zwei Stunden erreichten wir unser Tagesziel, die voll ausgebuchte Rugghubelhütte.
Nach dem Abendessen sassen wir noch eine Weile am Tisch, aber der zunehmende Lärm der "meiernden" Gruppe am Nebentisch vertrieb uns bald in unseren Schlafsaal.

Abmarsch zur Rugghubelhuette
der Tuifel im Nebel
Aufstieg zur Rugghubelhuette
Regina schliesst Freundschaft mit einer Geiss

Sonntag, 1. Juli 2007:
Der Wetterbericht hatte nicht zu viel versprochen. Der Morgen war (oben) wolkenlos und klar, mit leichtem Frost auf den Tischen vor der Hütte und am Gras in der Umgebung. Bei so schönem Wetter so spät noch bei der Hütte zu sein, war für Herbert eher ungewohnt. Man spürte seine Erleichterung, als es um 7.20 Uhr nach ausgiebigem Frühstück (sogar mit frischem Müesli) endlich los ging. Gemächlich stiegen wir gegen das Rotgrätli hoch, immer wieder mal einen Blick zurückwerfend auf die Hütte und die Berner Oberländer Gipfel in der Morgensonne. Bei der Abzweigung zum Rotgrätli wählten wir den unteren Weg, zur Engelbergerlücke. Herbert entschloss sich etwas zügiger vorauszugehen, um noch schnell den Engelberger Rotstock "mitzunehmen". Auf der Engelbergerlücke öffnete sich der Blick auf den Urirotstock und das Nebelmeer über dem Mittelland, aus dem die beiden Mythen hervorschauten. Trotz der Sonne wurde es im Wind recht schnell empfindlich kühl. Deshalb stiegen wir nach einem kurzen Trinkhalt bald weiter dem Wissigstock entgegen. Schon bald hatte uns auch Herbert wieder eingeholt und alle zusammen erreichten wir den Gipfel etwa um 9.30 Uhr. Zum Glück bliess der Wind hier etwas weniger. So konnten wir in Ruhe die Aussicht studieren und fotographieren.


Morgenstimmung bei der Rugghubelhuette Regina im Autstieg zur Engelbergerluecke
Heiri und Regina im Aufstieg zur Engelbergerluecke
zwischen Engelbergerluecke und Wissigstock
Autstieg zum Wissigstock
 Gipfelfoto Wissigstock Blick vom Wissigstock auf Schlossfirn und Urirotstock Herbert Gipfeltrio Blick ueber den Schlossfirn und Bluemlisalpfirn zum Urirotstock

Schliesslich stiegen wir wieder zur Engelbergerlücke ab und folgtem der Aufstiegsroute weiter bis nach der langen Geröllhalde. Von hier folgten wir den Markierungen zum Rücken oberhald des Rotgrätli. Wieder öffnete sich eine neue Sicht, über den Schöntalerfirn (oder was davon noch übrig ist) hinüber zum Oberalper Grat.

Heiri auf dem Weg zum Rotgraetli Regina und Herbert beim Rotgraetli





360° Panorama vom Rotgraetli

Der Abstieg vom Rotgrätli ist neu rot-weiss markiert und folgt nun praktisch der Falllinie, wo laut meiner Karte 1987 noch alles vom Firn bedeckt war. Noch vor zwei Jahren führte die damals blau-weisse Markierung zuerst auf einem Felsband weit nach links ausholend, weiter westlich über einige Felsstufen mit ein, zwei Fixseilen hinunter in die Ebene. Unterhalb des Rotgrätli traffen wir auf die Kolleginnen und Kollegen vom Novartis Club, die sich praktisch dieselbe Wanderung in umgekehrter Richtung in einem Tag vorgenommen hatten. Nach einem kurzen Schwatz stiegen wir weiter bis in die Ebene ab und durchquerten das grosse Geröllgebiet bis zum Sporn unterhalb des Oberbergs. Pünktlich um 12 Uhr setzten wir uns hier zum Mittagessen nieder.
In einer weiteren halben Stunde erreichten wir die Bannalper Schonegg. Der von der Bannalp her aufsteigende Nebel löste sich zum Glück bald wieder auf und gab den Blick frei auf unser Ziel. Kurz vor halb drei erreichten wir das Hotel am Bannalpsee. Ich ging gleich weiter, um die Situation bei der Seilbahn zu erkunden. Noch waren nicht so viel Passagiere in der Warteschlange, dass Nummern ausgegeben wurden. Doch da vorherzusehen war, dass dies bald der Fall sein würde, erklärte sich der Herr bei der Seilbahn freundlicherweise bereit, für uns vier Nummern beiseite zu legen, wärend wir uns vor dem Hotel mit Panache, Espresso und Eis erfrischten. Dank der reservierten Plätze erreichten wir das Tal gerade rechtzeitig für die Postautofahrt um 15.23 Uhr nach Wolfenschiessen. Alles lief wie am Schnürchen und nach Umsteigen in Wolfenschiessen (wo der Automat keine 100-er Noten schluckt!) und in Luzern, sassen wir schon bald im Zug der Basel kurz vor sechs Uhr erreichen sollte. Welche Überraschung und ungläubiges Staunen rundum, als kurz vor Olten die Durchsage erklang: "Meine Damen und Herren, in Kürze erreichen wir Olten. Endstation dieses Zuges". Wegen eines Fahrleitungsunterbruchs sei die Weiterfahrt nach Basel nicht möglich, Reisende nach Basel sollten bitte via Zürich fahren. "Wir entschuldigen uns für die Annehmlichkeiten" - nun ja, immerhin konnten wir so ohne Zusatzbillet anderthalb Stunden länger Zug fahren. Auch die folgenden improvisierten Übersetzungen auf Englisch, Italienisch und Französisch lösten einige Heiterkeit aus, so dass trotz "Annehmlichkeiten" fast alle lachend aus dem gestrandeten Zug stiegen. Immerhin wartete ein Zug ohne Halt bis Zürich auf einem benachbarten Geleise. Schliesslich erreichten wir Basel via Abstecher nach Zürich, etwa zwei Stunden später als erwartet.


Herbert, wirklich auf dem Wanderweg? Geroellhalden auf dem Weg zwischen Rotgraetli und Schonegg Blick zurück von der Schonegg Richtung Engelberger Rotstock Abstieg zur Bannalp Hotel Bannalpsee Seilbahn Bannalpsee - Oberrickenbach


Kurz und gut: ein Wochenende in interessanter Landschaft, bei tollem Wetter und in angenehmer Gesellschaft - was wünscht man sich mehr! Vielen Dank, allen die dabei waren.


Links:
Rugghubelhütte


Copyright for all pictures: Claudia Betschart
Last revised: September 12, 2007